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09.12.2021

Social Urban Mining im Ferry-Dusika-Stadion

Medienecho begleitete Abrissarbeiten im Sommer.

Social Urban Mining bedeutet „städtischer Rohstoffabbau“. Nach dem Prinzip Urban Mining sollen Ressourcen, die in dicht besiedelten Gebieten verbaut sind, wiedereingesetzt und weiter verwendet werden. Nach dem Abriss oder Umbau von städtischer Infrastruktur und Gebäuden, werden also Bausubstanzen und Materialien in Neubauten wieder verarbeitet. Sozial ist der von BauKarussell entwickelte Ansatz deswegen, weil die operativen Arbeiten von sozialwirtschaftlichen Betrieben durchgeführt werden, die dafür am Arbeitsmarkt benachteiligte Personen beschäftigen und ausbilden. In diesem Fall war auch die KÜMMEREI wieder gemeinsam mit dem Demontage- und Recycling-Zentrum (DRZ) für BauKarussell im Einsatz. Transitarbeitskräfte unseres sozialökonomischen Beschäftigungsprojekts leisteten unter Anleitung unserer Teamleiter einen wichtigen Beitrag zum kreislaufwirtschaftlichen Rückbau des Ferry-Dusika-Hallenstadions der Stadt Wien. Das 1977 eröffnete Stadion wird einem Neubau – einer Sport-Arena mit mehreren multifunktionalen Hallen und Bereichen – weichen.

Beeindruckende Zahlen und großes Interesse

Von Juni bis September, bei Teils großer Hitze im Stadion, waren unsere Transitarbeitskräfte 2.500 Arbeitsstunden im Einsatz. Die Demontage von 5.500 Besucherstühlen und 200 Metallbügeln für Sektorenkennzeichnung wurde durchgeführt. Die Trennung von etwa 2.500 Besucherstühlen in Metall und Holz wurde bewerkstelligt. 1.100 Stühle konnten von BauKarussell an AbnehmerInnen vermittelt werden, somit wurde ihr Produktwert erhalten. Wertstoffe wie Metall, u.a. Kupfer, wurden der stofflichen Verwertung zugeführt. Des Weiteren wurden 700 m² Bodenbeläge (das sind etwa 5 bis 6 Tonnen Material), etliche Deckenplatten, Rasterleuchten sowie ein Küchenblock demontiert. Die Gesamtbilanz der Tätigkeiten von BauKarussell vor Ort: 80.000 kg Material wurden bearbeitet, davon 20.000 kg in die Wiederverwendung vermittelt.

Im September erfolgte die Übergabe an den Generalunternehmer, der nun den endgültigen Abbruch vornimmt. Ständiger Begleiter war das große Interesse der Medien. Unter anderem besuchte uns das Ö1 Mittagsjournal, dessen Beitrag auf großes Interesse stieß. Die ZIB 2 berichtete, Wien heute sendete gleich zweimal zum Thema, auch W24 und Servus TV hatten uns am Schirm. Petra Draxl, Landesgeschäftsführerin des AMS Wien, und Johannes Kopf, Vorstand des AMS Österreich, wollten sich vor Ort ebenfalls von unserer Arbeit überzeugen und berichteten begeistert über den ökologischen Abbau des Stadions, den ressourcenschonenden Umgang, die Wiederverwendung und den sozialen Mehrwert für ein nachhaltiges Wien.

Hitze und Emotionen

Teamleiter Thomas Hatvan erzählt von anstrengenden Wochen. „Wir waren mit bis zu 15 Transitarbeitskräften auf der Baustelle. Sie haben dort tolle Arbeit geleistet. Die Hitze im Stadion war manchmal echt schlimm.“ Emotionen waren auch zu spüren. „Man merkte den Sportlern, die dort noch trainierten, natürlich an, dass der Abriss dieses bedeutenden Gebäudes verständlicher Weise Emotionen bei den Menschen auslöst. Aber wir mussten uns auf unsere Aufgabe konzentrieren.“

Die KÜMMEREI war bei diesem Projekt als Subunternehmen von BauKarussell beschäftigt. Das auf Social Urban Mining spezialisierte Unternehmen bietet verwertungsorientierten Rückbau als Dienstleistungspaket für Bauherren an. Auftraggeberin war die MA 51 - Sport Wien. Ein herzliches Dankeschön gilt wie immer unseren langjährigen Partnern. „Die Zusammenarbeit mit BauKarussell und der Stadt Wien hat wieder hervorragend funktioniert. Das freut mich immer ganz besonders,“ so Thomas Hatvan.

Ein herausforderndes, viel kommentiertes Projekt fand nach einem heißen Sommer also erfolgreich sein Ende. Wir freuen uns einmal mehr, zur sinnvollen Verwendung und Verwertung von Gebäudekomponenten und Rohstoffen beigetragen zu haben. Je weniger davon im Müll landen - umso besser!

Hier gibt es einen kleinen Rückblick.


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