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08.07.2019

Franz Kainrath: „Ich bin froh, dass ich die Jobsuche aus dem Kopf habe.“

Erfolgsgeschichte der Beschäftigungsaktion 20.000

„Das Betriebsklima ist echt leiwand“, sagt der Transportfahrer Franz Kainrath über seine neue Arbeitsstelle bei fix und fertig. Der 59-Jährige wurde mit 1. Juli 2019 ins Stammpersonal des sozial-ökonomischen Betriebes der Suchthilfe Wien übernommen und gehört damit zu den Erfolgsgeschichten der mit Juni beendeten Beschäftigungsaktion 20.000. Wir besuchten Franz Kainrath an seinem Arbeitsplatz in Meidling und erfuhren, was seinen Job so besonders macht sowie interessante Details aus seinem bewegten Leben zwischen Wien und Kreta.
 
Jeder kann einmal einen Fehler machen.
 
„Taugen tut es mir sehr bei fix und fertig. Meine Hauptaufgabe ist Autofahren. Also Zustellungen, Abholungen, Broschürenversand. Hier in diesem Raum wird zum Beispiel zusammengestellt, was Leute an Broschüren bestellen. Immer im 4-Augen-Prinzip. Einer stellt die Unterlagen zusammen, der andere kontrolliert. Denn jeder kann einmal einen Fehler machen. So versuchen wir, so fehlerlos wie möglich zu sein.

Ich habe bei fix und fertig schon als Tagesarbeiter und als Transitarbeitskraft gearbeitet. Die Teilnahme an der Aktion 20.000 erfolgte über eine geförderte Anstellung bei Job-TransFair. Walter Wojcik, der Leiter von fix und fertig, meine Personalberaterin bei Job-TransFair Karolina Franz und auch meine AMS-Beraterin haben sich sehr dafür eingesetzt, dass ich daran teilnehmen kann. Denn durch den Regierungswechsel sollte die Aktion 20.000 ja gleich wieder abgestellt werden. Da ich aber bereits 2017 den Antrag gestellt hatte, ist es dann doch noch etwas geworden.
 
Ich kenne die Kunden und die Kunden kennen mich.
 
Nach Ende der Aktion Anfang Juli wurde ich von fix und fertig übernommen. Mich freut das sehr, weil mir der Job gefällt. Ich kenne inzwischen die Kunden und die Kunden kennen mich. Jeder Kunde ist anders, bei manchen muss es schnell gehen, andere möchten auch mal kurz plaudern. Darauf muss man sich einstellen. Wir sind auch alle per Du. Sicherlich ist es auch mal stressig, aber am Abend sitzen wir zusammen und freuen uns, weil wir’s wieder mal geschafft haben.
 
Verständnis für suchtkranke Menschen
 
Ich habe ursprünglich Automechaniker gelernt, bin ein 1960er-Jahrgang. Durch einen Freund, der als Chauffeur gearbeitet hat, habe ich meinen ersten Job bekommen. Mit 21 bin ich nach Griechenland geflogen und wollte einen Freund besuchen. Schlussendlich bin ich siebeneinhalb Jahre auf Kreta geblieben. Gearbeitet habe ich zum Beispiel als Erntehelfer, am Bau, als Disc-Jockey in einem Pub, ich habe Markisen produziert und sogar mal für einen Freund zwei Tage lang Schafe gehütet. Dann bin ich zurückgekehrt und habe im Botendienst gearbeitet. Auch den Taxischein habe ich gemacht und fast 12 Jahre als Taxifahrer gearbeitet. 2007 war ich das erste Mal bei fix und fertig als Transitarbeitskraft beschäftigt. Damals waren die Voraussetzungen zur Teilnahme Langzeitarbeitslosigkeit und ein Verständnis für suchtkranke Menschen. Da ich selbst auch einen Suchthintergrund habe, der jedoch bereits 20 Jahre zurück liegt, fiel mir das leicht. Fahrpraxis mit Transportwagen war ebenfalls eine Voraussetzung, die ich erfüllen konnte und daher bin ich genommen worden.
 
Jeder macht, was er kann. Wenn jemand nicht so gut etikettieren kann, kuvertiert er eben.
 
Ohne Aktion 20.000 wäre ich wahrscheinlich als Tagesarbeiter bei fix und fertig geblieben, hätte aber sicherlich nicht übernommen werden können. Am Jobmarkt wäre es mir ohne die Aktion schwer gefallen. Ich habe doch einige Einschränkungen, zum Beispiel Rückenprobleme und auch die Gelenke sind nicht mehr so wie früher. Beim Heben muss ich aufpassen. Hier bei fix und fertig habe ich einen Beifahrer mit, wenn die Lieferung groß ist sogar zwei. Auch in Zusammenarbeit mit den Tagesarbeitern schaut fix und fertig, dass jeder das macht, was er kann. Zum Beispiel beim Etikettieren. Ich kann es selbst auch nicht so gut, mir fehlt die ruhige Hand dazu. Wenn jemand nicht so gut etikettieren kann, kuvertiert er eben. Ich bin froh, dass ich die Jobsuche aus dem Kopf habe.“
 


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Telefon: +43 1 585 39 91, Fax: -14
E-Mail: office@jobtransfair.at

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