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13.05.2019

Beschäftigungsaktion 20.000: Die Brücke in einen sinnstiftenden Job für Personen über 50.

William Ecker, HR-Mitarbeiter beim BFI Wien: „Ich glaube dass die Unternehmen einiges an Kompetenz liegen lassen.“

Im Juni 2019 endet die Beschäftigungsaktion 20.000. Sie sah ursprünglich 20.000 öffentlich finanzierte Arbeitsplätze pro Jahr für Langzeitarbeitslose über 50 in Gemeinden und gemeinnützigen Betrieben vor, wurde dann aber vorzeitig gestoppt. Ziel der Aktion war, die Arbeitslosigkeit in dieser Gruppe langfristig zu halbieren. Wir lassen ab sofort Menschen zu Wort kommen, für die ihre Teilnahme an der Beschäftigungsaktion 20.000 zu einer Brücke in eine langfristige, sinnstiftende Beschäftigung wurde.

Erfolgreicher Wiedereinstieg beim BFI Wien
Eineinhalb Jahre suchte der Jurist und HR-Experte William Ecker vergeblich einen neuen Job, bis er auf die Beschäftigungsaktion 20.000 aufmerksam wurde und sich erfolgreich beim BFI Wien bewarb. Die geförderte Anstellung erfolgte dabei über das Job-TransFair-Modell gemeinnütziges Integrationsleasing. Mit Beendigung der Aktion 20.000 übernimmt das BFI Wien William Ecker in ein festes Dienstverhältnis.

„Die Beschäftigungsaktion 20.000 hat mir persönlich sehr geholfen, aber mir tun die Leute leid, die jetzt wieder rausfallen“, sagt der 55-Jährige. William Ecker bezieht sich damit auf die TeilnehmerInnen, die nach Ende der Aktion 20.000 nicht vom Partnerbetrieb übernommen werden können. Sie wechseln in eine AMS-Betreuung und widmen sich erneut der zermürbenden Jobsuche.

Jobsuche über 50: Vergebliches Warten auf Antworten.
Auch William Ecker erinnert sich ungern an diese Zeit. Dass sich die Suche nach einer neuen Anstellung so zäh gestalten könnte, hätte er nicht erwartet. „Ich kann doch einiges an Wissen und Erfahrung vorweisen, habe mich laufend fortgebildet, doch ich bin nicht mal eingeladen worden“, erinnert er sich. Der Verdacht, dass das Alter eine Rolle spielen könnte, drängte sich für William Ecker auf. In seinem Suchfeld HR/Personal sei die Auswahl an KandidatInnen so groß, dass es UnternehmerInnen nicht notwendig hätten, auf Erfahrung zu setzen.

Fehlende Anreize für UnternehmerInnen
„Es gibt ja Zeiten, wo man denkt 40 um Gottes Willen. Aber jetzt, da ich selbst über 50 bin, merke ich, wie relativ Alter ist. Man ist nach wie vor sehr fit, auch für die Arbeitswelt“, so Ecker. Ihn stört, dass für Unternehmen nicht mehr Anreize geschaffen werden, Ältere einzustellen und das Thema in der Öffentlichkeit zu wenig thematisiert wird. Nicht die ArbeitnehmerInnen seien das Problem, sondern die Unternehmen, die ihnen viele Qualitäten per se absprechen und eine Kultur, die die Jugend vorzieht. „Unternehmen lassen mit dieser Politik einiges an Kompetenzen liegen“, ist William Ecker überzeugt. „Neben Fachwissen und Erfahrung auch die sozialen Kompetenzen älterer Mitarbeiter“.

„Ich kann nicht abschätzen, wie es ohne die Aktion 20.000 mit meiner Jobsuche weiter gegangen wäre“, sagt Ecker. Daher tut es ihm für die vielen TeilnehmerInnen leid, die jetzt rausfallen. Das sei ein Kritikpunkt an der Aktion, dass die Stellen nicht langfristig geschaffen werden mussten. Andererseits wären die Unternehmen dann eventuell auch nicht bereit gewesen, in diesem Umfang mitzumachen.

 

 


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